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Programm / Programm / 1 Politik und Gesellschaft / Geschichte
Programm / Programm / 1 Politik und Gesellschaft / Geschichte

Keine Anmeldung möglich vhs-Filmseminar (172-10102)

ab So., 10.12., 18.00 Uhr
Dozentin: Baden-Württemberg Film- und Kinomuseum

Als George W. Bush Präsident war, wurde Robert Redford zum politischen Filmemacher. Mit diesem Film präsentiert er ein spannendes Geschichtsdrama aus der Bürgerkriegszeit. Doch die Parallelen in die Gegenwart sind offensichtlich. 15. April 1865: Abraham Lincoln wird ermordet. Die Zivilistin Mary Surratt wurde vor einem Militärgericht angeklagt, weil sie als Mutter von John Surratt, einem Mittäter bei der Ermordung Lincolns, alle Verschwörer in ihrem Gasthaus über ein Jahr lang bewirtet hatte. Der Kriegsheld Frederick Aiken übernimmt ihre Verteidigung.

Mit den russischen Revolutionen des Jahres 1917, insbesondere mit der Okto-berrevolution, wurde nicht nur eine neue Epoche der Geschichte eingeleitet, durch den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg zeichnete sich auch militä-risch die entscheidende Wende ab. Was war für den Kriegsverlauf des "Epochenjahres" kennzeichnend, wie wurde es wahrgenommen und "verarbeitet"? In dem Vortrag wird anhand historischer Forschung, aber auch mit zeitgenössischen Dokumenten, wie Feldpostbriefen, persönlichen Aufzeichnungen (auch Gedichten), Auszügen aus der Lokalpresse (Anzeiger vom Oberland) sowie Filmaufnahmen diesen Fragen nachgegangen. So wird ein ebenso lebendiges wie vielschichtiges Bild dieses außergewöhnlichen Weltkriegsjahres vermittelt und seine besondere Bedeutung für den weiteren Geschichtsverlauf im 20. Jahrhundert verdeutlicht.

Kurs abgeschlossen Erzbergers große Friedensrede (172-10107)

ab So., 17.9., 18.00 Uhr
Dozent: Gunther Dahinten

Vor genau 100 Jahren - der Erste Weltkrieg war 1917 noch in vollem Gange - forderte der Biberacher Reichstagsabgeordnete Matthias Erzberger in einer politisch brisanten Rede im Kronensaal in Biberach für viele überraschend einen Verständigungsfrieden und stellte sich damit mutig gegen den herrschenden Zeitgeist. Es ging ihm darum, für Deutschland eine große Katastrophe abzuwenden. Wie begründete der prominente Zentrumspolitiker, der einst noch Krieg und Eroberungen befürwortet hatte, seine spektakuläre Wende, die er schon mit der von ihm veranlassten Friedensresolution des Deutschen Reichstages hatte erkennen lassen? Gunther Dahinten trägt Erzbergers große Biberacher Rede, die sogar in Berlin Aufsehen erregte, im Originaltext vor. Die Rede vermittelt einen authentischen Eindruck von der damaligen dramatischen Zeitsituation. Eingeleitet und historisch kommentiert wird der Redevortrag in Erinnerung an das denkwürdige Ereignis in Biberach vor hundert Jahren durch Dr. Alfons Siegel. Der für alle Interessierten offene Abend ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von Volkshochschule und Erzberger-Initiative.

Keine Anmeldung möglich Mythos Czernowitz: "Klein-Wien" in der ukrainischen Bukowina (172-10108)

ab Fr., 12.1., 19.00 Uhr
Dozent: Dieter Schneider

Als die Habsburgermonarchie gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Bukowina ihrem Herrschaftsbereich einverleibte, war Czernowitz noch eine unbedeutende Ansammlung von Holzhäusern. Als nach rund anderthalb Jahrhunderten die Habsburgerherrschaft endete, war aus Czernowitz ein "Klein-Wien" geworden: architektonisch wie kulturell. Vielfältig nach Nationalität, Sprache und religiösem Bekenntnis war die Bevölkerung der Stadt: wie ein Abbild des Vielvölkerstaates. Die Strahlkraft der Wiener Metropole wirkte allerdings mächtig: Wienerisch war der urbane Lebensstil, Deutsch die Sprache des Theaters und der neugegründeten Universität. Verstärkt wurde diese Ausrichtung durch ein wirtschaftlich und kulturell aktives Judentum, dessen meist deutschsprachige Angehörige ein Drittel der Stadtbevölkerung ausmachten.
Das Ende des 1. Weltkrieges bedeutete auch das Ende der bisherigen Kultursynthese. Was von ihr dennoch überlebte, wurde in den Kämpfen, Verfolgungen und Vertreibungen des 2. Weltkriegs ausgelöscht. Nur das Stadtbild blieb. Und es entstand, in enger Bindung an die deutsch-jüdische Literatur, der "Mythos Czernowitz". Die Geburtshäuser der heute bekanntesten Autoren, Rose Ausländer und Paul Celan, sind noch in der Stadt zu finden, "wo Menschen und Bücher lebten" (Celan).