Gesellschaft
Gesellschaft
Kultur
Kultur
Gesundheit
Gesundheit
Sprachen
Sprachen
Beruf
Beruf
Grundbildung
Grundbildung
Logo Stadt Biberach
Programm / Programm / 2 Kultur und Gestalten / Musiktheorie
Programm / Programm / 2 Kultur und Gestalten / Musiktheorie

Musik, Dichtung, Architektur und Malerei des französischen Barock sind untrennbar mit dem feudal-aristokratischen Hofzermemonial von König Louis XIV verbunden. So, wie sich der legendäre "Sonnenkönig" das Staatswesen unterwarf ("L’état, c’est moi") und infolge dessen zum Inbegriff eines absolutistischen Herrschers wurde, hatten auch die Künste ausschließlich seiner Machtrepräsentation zu dienen und die in Anspruch genommene "Gottgleichheit" des Königs durch Wort, Ton und Bild anschaulich zu machen. Insbesondere die französische Musik dieser Zeit ist Träger einer explizit politischen Botschaft und wurde an vielen Höfen außerhalb Frankreichs nachgeahmt; speziell die "Französische Ouvertüre" wurde zum Prototypen der staatlichen Repräsentationsmusik im Absolutismus.
Das monarchische Bestreben von Louis XIV, künstlerische Symbole zu schaffen, ist mehr in der französischen Baukunst als in der Malereigeschichte verwirklicht worden. Neben den repräsentativen Bildnissen der Hofmaler entwickeln sich andere, vielgestaltigere Richtungen im Gegensatz zum höfischen Geschmack. Nikolas Poussin und Claude Lorrain vertreten mit klassischen Motiven eine neue Art idealer Landschaftsmalerei. Antoine Watteau, Hauptmeister und Begründer der Rokokomalerei, schuf eine Bildwelt, in der sich Wirklichkeit mit Traum und Komödie mischt: Motive galanter Feste in den Parks als Gegenbewegung zum steifen Pomp des Hofs. Ihm folgte Honoré Fragonard mit graziösen und pikanten Szenen. Die Werke von Jean Siméon Chardin - einer der großen Koloristen des 18. Jahrhunderts - mit häuslichen Themen des einfachen Bürgertums und Stilleben wurden noch von der klassischen Moderne bewundert.

Keine Anmeldung möglich Künstlerische Freiheit: Was kann-darf-soll moderne Opernregie? (172-10011)

ab Di., 26.9., 20.00 Uhr
Dozent: Dr. Jörg Riedlbauer

Wie halten wir es mit der Künstlerischen Freiheit? Immer wieder wird dieses grundgesetzlich geschützte Recht hinterfragt - insbesondere dann, wenn eine neue künstlerische Arbeit irritiert, möglicherweise provoziert, vielleicht sogar verstört, auf jeden Fall aber herkömmliche Sicht- oder Hörgewohnheiten hinter sich lässt. Hinsichtlich der modernen Theaterregie entzünden sich solche Debatten fast regelmäßig, werden Begriffe wie "Werktreue" und "Regietheater" polemisch gegeneinander ausgespielt. Aus Anlass der Neuinszenierung von Ludwig van Beethovens "Fidelio" durch die Bürgeroper Biberach wird Volkshochschulleiter Werner Szollar mit der Biberacher Regisseurin der Neuinszenierung Corinna Palm, dem Theaterkritiker Günter Vogel, Regieassistentin Rebecca Bienek und Kulturdezernent Dr. Jörg Riedlbauer im Rahmen einer lebendigen und spannenden Podiumsdiskussion den Fragen zur künstlerischen Freiheit auf den Grund gehen. Eine gute Gelegenheit also, im Anschluss an die Fidelio-Premiere am 23. September in der Biberacher Stadthalle über das gesehene zu diskutieren oder aber auch neugierig zu werden auf die Folgeaufführungen am 27., 29. und 30. 9. jeweils um 19.30 Uhr.

Keine Anmeldung möglich Genial: die Oper "Carmen" (172-20106)

ab Fr., 26.1., 20.00 Uhr
Dozent: Gunther Dahinten

Welche Oper beginnt mit einer Explosion? Antwort: "Carmen" von Georges Bizet. Das rasante Vorspiel mit dem berühmten Torero-Lied versetzt jeden Hörer in Hochstimmung, und die hält bis zum Schluss an. Denn "Carmen" gehört zum Besten, was die Musikgattung Oper zu bieten hat: eine ereignisreiche Handlung und eine Musik, die Dramatik, Sensibilität und üppige Melodik vereint. Ein geniales Werk, das den Kenner ebenso begeistert wie den einfachen Musikfreund. Den Welterfolg durfte der Komponist nicht erleben, denn Bizet starb kurz nach der Uraufführung 1875 mit 36 Jahren an den Folgen seines Gelenkrheumatismus - und in der Trauer darüber, dass "Carmen" anfangs als Misserfolg galt. Der "musikalische Vortrag" informiert in knapper Form über das Leben von Bizet und die Geschichte von "Carmen", die auf einer Novelle von Prosper Mérimée beruht und somit auch literarisches Format hat. Ausführlich kommt die Musik zur Geltung. Die Liebhaber von Oper und von schönen Stimmen dürfen sich auf CD-Aufnahmen mit deutschen und internationalen Spitzensängern freuen, was den Abend zu einer kleinen Hör-Oper macht.