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Programm / Programm / 1 Politik und Gesellschaft / Geschichte
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Kurs abgeschlossen 1968 - Mythos und Wirklichkeit (181-10100)

ab Fr., 23.3., 19.00 Uhr
Dozent: Prof. Dr. Hubert Kleinert

1968 gilt bis heute als Chiffre für Rebellion, Aufbruch und Protest. Und als Schlüsseldatum in der Geschichte der deutschen Nachkriegsdemokratie. Mit der "Fundamentalliberalisierung" von damals habe die Demokratie in Deutschland eigentlich erst richtig angefangen, meinen die einen. Von einer Überschätzung der Bedeutung dieses Datums sprechen andere. Wieder andere sehen darin gar die Wurzel aller möglichen Übelstände. Doch was war 1968 wirklich? War es eine linkspolitische Protestbewegung, die die Grundlagen geschaffen hat für Gesellschaftskritik, Bürgerinitiativen und Grüne? Oder war es doch eher eine Kulturrevolution, ein jugendlicher Aufbruch aus allen möglichen Zwängen und Verboten?

Vor 1968 war die deutsche Gesellschaft autoritätsfixiert, traditionsverhaftet und engstirnig, danach war sie liberaler und freizügiger. Nach 1968 wurden Autoritäten und Regeln infrage gestellt, die NS-Vergangenheit nicht mehr tabuisiert, Sex öffentlich diskutiert und praktiziert, denn schließlich gab es Oswalt Kolle und die Pille. Die Emanzipation der Frau wurde zum beherrschenden Thema. Unter dem Einfluss paralleler Veränderungen in den USA und Großbritannien revolutionierten Rock'n'Roll und Pop die Musik, lange Männerhaare wurden ebenso Mode wie Miniröcke und Schlabberlook, Drogenkonsum entwickelte sich zu einem Dauerproblem. Die vom SDS angestrebte Revolution ist gescheitert. Dennoch hat sich die Gesellschaft verändert und die politischen Folgen von 1968 sind zwiespältig.

Kurs abgeschlossen IF (181-10102)

ab So., 11.3., 18.00 Uhr
Dozentin: Baden-Württemberg Film- und Kinomuseum

Die Zustände im Cheltenham College in England sind mehr als mittelalterlich. Hier herrscht eine strenge Hackordnung, die vor allen Dingen für die jungen Neuankömmlinge ein wahres Spießrutenlaufen ist. Sie müssen den Älteren ständig für Dienstleistungen zur Verfügung stehen - Freizeit bleibt ihnen kaum. Das Motto dieser Zuchtanstalt lautet: Wer befehlen will, muß erst gehorchen lernen. Kein Wunder, daß sich unter diesen Umständen Rebellionsgeist breitmacht. Vor allem Mick hält den dauernden Druck nicht mehr aus und schmiedet mit zwei Freunden ein Komplott gegen Autorität und Unmenschlichkeit.

Kurs abgeschlossen Easy Rider (181-10103)

ab So., 15.4., 18.00 Uhr
Dozentin: Baden-Württemberg Film- und Kinomuseum

Easy Rider ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1969, der als Kultfilm und Road Movie das Lebensgefühl der Biker der späten 1960er Jahre beschreibt. Wyatt und Billy, zwei junge freiheitshungrige Männer, fahren mit ihren Motorrädern von Los Angeles nach New Orleans, um dort mit dem Verkauf von geschmuggeltem Rauschgift das große Geld zu machen. Ihnen schließt sich der junge Anwalt Hanson an, der vom Aussteigen aus der Bürgerlichkeit träumt und seinen Frust in Alkohol ertränkt.

Plätze frei Deutschland im Herbst (181-10104)

ab So., 6.5., 18.00 Uhr
Dozentin: Baden-Württemberg Film- und Kinomuseum

Herbst 1977: Deutschland ist überschattet von den Auseinandersetzungen um die terroristischen Aktionen der RAF: Der Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer wird entführt und ermordet, ein Lufthansa-Jet wird von Palästinensern nach Mogadischu entführt und im Hochsicherheitstrakt in Stammheim sterben die RAF-Häftlinge Gudrun Ensslin, Jan Carl Raspe und Andreas Baader, deren Begräbnis unter massivem Polizeieinsatz stattfindet. Diese angespannte politische Situation in Deutschland war Anlass für elf namhafte Filmemacher, Position zu beziehen und der Nation einen Spiegel vorzuhalten. In unzusammenhängenden Episoden beschreiben sie ihre ganz persönliche Sicht der Ereignisse. Ein Film mit Bildern, die niemals im Fernsehen liefen und von denen die Zeitungen nicht Bericht erstatteten.

Plätze frei Die bleierne Zeit (181-10105)

ab So., 10.6., 18.00 Uhr
Dozentin: Baden-Württemberg Film- und Kinomuseum

Juliane und Marianne, zwei Schwestern aus einer deutschen Pfarrersfamilie, engagieren sich auf sehr unterschiedliche Weise in der Protestbewegung von 1968. Juliane setzt sich als Redakteurin einer progressiven Frauenzeitung für schrittweise gesellschaftliche Veränderungen ein, Marianne geht in den Untergrund und setzt auf Gewalt. Als Marianne verhaftet wird, festigt sich durch Julianes Besuche im Gefängnis das emotionale Band zwischen den beiden wieder. Marianne stirbt in der Haft, ihre Schwester versucht, die Umstände ihres Todes zu ergründen.

Plätze frei Hair (181-10106)

ab So., 8.7., 18.00 Uhr
Dozentin: Baden-Württemberg Film- und Kinomuseum

Der junge Claude Hooper Bukowski kommt aus Oklahoma in die große Stadt New York, wo er sich einer Musterung unterziehen soll. Im Central Park trifft er auf den charismatischen George Berger und eine Gruppe von pazifistischen, freiheitsliebenden Menschen, die ihn sofort in ihre Hippie-Gemeinschaft aufnehmen. Berger macht Claude mit Sheila bekannt, in die sich Claude sofort verliebt. Während er um ihre Gunst buhlt, erhält er den Befehl, seine Ausbildung in der Wüste von Nevada anzutreten. Wenig später beschließen seine Freunde, Claude in seiner Kaserne zu besuchen. Durch einen Trick verschafft sich Berger die Uniform eines Offiziers und nimmt Claudes Platz in der Kaserne ein, so dass Claude noch einmal die Freiheit genießen kann. Doch als Claude zurückkehrt, ist seine Einheit schon auf dem Weg nach Vietnam – und Berger fliegt mit ihnen. „Hair“ ist die Adaption des gleichnamigen Musicals, welches 1968 am Broadway Premiere feierte und zu einem der erfolgreichsten Musicals überhaupt wurde.

Im Rahmen des Kulturleitthemas veranstaltet die vhs Biberach am Freitag, 20. April, 19 Uhr eine Podiumsdiskussion. Nach der kurzen szenischen Einstimmung "Der Wahlkampf des Bundeskanzlers Kiesinger 1968" aus dem Stück "Mythos 68 - Venceremos" durch Peter Schmids "Theater ohne Namen" stellen sich ehemalige Aktivisten der Biberacher "Szene" und ein Vertreter des Jugendparlaments den Fragen des Moderators Jojo Riedel.

Christa Lauber, Dagmar Rüdenburg, Peter Schmid und Ulrich Weitz waren am 22. April 1968 als Demonstranten auf dem Biberacher Marktplatz, als die Rede des damaligen Bundeskanzlers Kurt-Georg Kiesinger in einem Tumult endete, über den überregional sogar im "Spiegel" berichtet wurde. Es standen Landtagswahlen in Baden-Württemberg an und Kiesinger unterstützte im CDU-Stammland Oberschwaben seine Partei. Die Bi-beracher APO jedoch, eine im März um Ekke Leupolz und Martin Heilig gebildete Oppositionsbewegung, begrüßte Kiesinger mit Pfiffen und Plakaten. Der Protest richtete sich gegen Kiesingers Nazivergangenheit und die Notstandsgesetze.

Ein weiterer Höhepunkt war die Herausgabe von fünf Ausgaben einer neu gegründeten Schülerzeitung mit dem Namen "Venceremos" (spanisch: wir werden siegen), die sich radikal von der traditionellen "Funzel" distanzierte. Die Nummer 4 im Mai 1969 schockierte damals vor allem durch ihr Titelblatt. "Venceremos" forderte einschneidende gesellschaftliche Veränderungen und plädierte für freie Sexualität ohne Zwänge und Tabus. Der Aufsehen erregende Prozess, der die Herausgeber der Schülerzeitung vor das Amtsgericht Biberach brachte, endete schließlich mit einem Freispruch. Ein weiterer Diskussionspunkt des Abends wird der Schulstreik der Abiturklasse 9b des Wieland-Gymnasiums sein, der mit der Suspendierung der Klasse endete.

Was blieb von dieser radikalen Demokratiebewegung und Aufbruchsstimmung übrig und wo sehen sich die damaligen Akteure heute? Wofür kämpft die Jugend 2018?

Ab Mitte April bis wird im Treppenhaus der vhs in einer Installation des Ikebana-Vereins, nach einer Idee von Corinna Dintheer, u. a. Fotos der damaligen Ereignisse ausgestellt. Die Schulklasse 3b der Birkendorf-Grundschule unter der Leitung von Renate Knauß zeigt, wie sie sich das Leben im Jahr 2068 vorstellt und welche Visionen sie hat.