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Veranstaltungen am 05.02.2019:

Kurs abgeschlossen Intelligenz: Mythen und Fakten (191-11000)

ab Di., 5.2., 9.30 Uhr
Dozentin: Detlef H. Rost

Intelligenz ist der Psychologie liebstes Kind. Kein anderes psychologisches Konstrukt ist in den letzten 100 Jahren so viel beforscht worden wie das der "Intelligenz". Seit dem Beginn der wissenschaftlich-psychologischen Intelligenzforschung um 1900 dürften vermutlich weit mehr als 20000 einschlägige Studien erschienen sein. Intelligenz und Intelligenztests sind die Erfolgsgeschichten der empirischen Psychologie. Umso mehr verwundert es, dass bei vielen Nicht-Psychologen (Eltern, Pädagogen, Ärzte, Journalisten, usw.) Unkenntnisse, Voreingenommenheiten und Mythen über Intelligenz verbreitet sind. In diesem Vortrag soll der Wissensstand zu einigen ausgewählten Themen dargestellt werden, u. a.:
- Ein viel beforschtes Phänomen: Was ist Intelligenz?
- Allgemeine Intelligenz "g", IQ und Hochbegabung: hoch, höher, am höchsten?
- Wer da hat, dem wird gegeben: Wie wichtig ist die allgemeine Intelligenz "g" für den Schul- und Lebenserfolg?
- Schulbesuch: ein Intelligenztraining?
- Stabilität des IQs: einmal schlau, immer schlau?
- Generationenenunterschiede: Werden wir immer intelligenter?
- Geschlechtsunterschiede: Ist Hochbegabung männlich?
- Vom Kleinkind bis zum Greis: Lässt sich Intelligenz nachhaltig fördern?

Wieso leben die Menschen in einer Region in Wohlstand, Freiheit und Frieden während in einer anderen Region Armut, Unfreiheit und Gewalt herrschen? In vormodernen Zeiten war das Wohlergehen von Nationen stark von Lage, Klima, Nachbarn und dem Geschick der Herrschenden abhängig. In der Moderne werden mit zunehmender Komplexität von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft das Wissen, Denken und Humankapital der Völker wichtiger. Das Wohlergehen einer Nation geht über Wirtschaft hinaus und berücksichtigt umfassend Gesellschaft und das Wohl der Menschen. Es beinhaltet traditionelle ökonomische Größen (Wohlstand) aber auch Gesundheit (Lebenserwartung), psychisches Wohlbefinden (Lebenszufriedenheit und zwischenmenschliches Vertrauen), gesellschaftliches Wohlergehen (geringe Mordrate, Frieden, geringe Korruption, geringe Scheidungsrate) und politische Kriterien (Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung).
Intelligenz, Wissen und die intelligente Nutzung von Wissen (zusammenfassend kognitive Fähigkeiten) tragen entscheidend dazu bei, dass Gesellschaften in der Moderne sich günstig entwickeln. Intelligenz als die Fähigkeit zum Denken hilft, vorhandenes Wissen zu erwerben, neues Wissen zu entwickeln und Wissen verstehend anzuwenden. Denken und Wissen sind ausschlaggebend für Innovationen, die das Wirtschaftswachstum der letzten Jahrhunderte hervorgebracht haben. Kognitive Fähigkeiten helfen zudem dabei, ein gesünderes Leben zu führen, besser mit anderen Menschen umzugehen, Regeln zu verstehen und zu beachten, die Perspektive
anderer einzunehmen und eine freiheitliche Gesellschaft zu etablieren. Insbesondere das Fähigkeitsniveau einer kognitiv-intellektuellen Spitze ist wichtig, was an Beispielen wie Abaelard und Thomas von Aquin, Thomas Jefferson und Benjamin Franklin, Albert Einstein und Ludwig Erhard und einer Vielzahl alemannisch-schwäbisch-badischer "Käpsales" (Benz, Bosch usw.) deutlich wird. Selbstverständlich spielen Persönlichkeitsfaktoren wie Fleiß, Selbstkontrolle und Langzeitorientierung auch eine Rolle, hinzu kommen institutionelle Determinanten wie Regierungseffektivität und ökonomische Freiheit. Aber auch diese sind von Denkfähigkeiten wie der Einsicht in die Konsequenzen eigenen Handelns abhängig. So entsteht ein "kognitiver
Kapitalismus", eine freie, von Wohlstand geprägte dynamische Wirtschaft im Rahmen einer bürgerlichen Gesellschaft. Wie lassen sich diese wichtigen kognitive Fähigkeiten fördern? "In das, was Denken heißt, gelangen wir, wenn wir selber denken." (Heidegger) - Das Denken wird durch all das gefördert, was zur Praxis des Denkens führt. Konkret ist Schulbildung höchst bedeutsam (3.39 IQ-Punkte pro Schuljahr), kognitive Anregung in Beruf und Freizeit, Bildung allgemein. Konkrete Faktoren der Bildung sind Kindergartenbesuch, Disziplin, Schulautonomie, Lehrerqualität, Zentralprüfungen, direkte Instruktion, frühe Gliederung. In der Familie sind elterliche Bildung, Bücherzahl, Vollständigkeit der Familie, Vorlesen, Lesen der Kinder, Stillen und nicht-Rauchen werdender Mütter wichtig. Bei allen umweltlichen Faktoren besteht aber die Möglichkeit, dass sie auch genetische Einflüsse wiedergeben (erweiterter Phänotyp). Kluge Eltern haben mit höherer Wahrscheinlichkeit kluge Kinder (aber nicht immer). Zudem spielen kulturelle Faktoren eine Rolle, die Bildung und Erziehung, Denkfähigkeiten und die Gestaltung einer Gesellschaft beeinflussen und etwa über Heiratsregeln auch auf Gene Einfluss nehmen. Besonders stimulierend erwiesen sich hier Protestantismus und Konfuzianismus. Evolution, Kultur und Gesellschaft stehen im Wechselspiel.

Kurs abgeschlossen Einstufung Deutsch als Fremdsprache für B2 (191-40401A)

ab Di., 5.2., 17.00 Uhr
Dozentin: Paulina Kowalczyk

Für Besucher und Neubürger, die ihr Deutsch in unseren Abendkursen (Stufe B2) vervollständigen wollen. Um die Kenntnisse abzufragen, wird zu einer Vorbesprechung eingeladen, die die Einstufung in den richtigen Kurs ermöglicht.
Für Interessenten/innen mit Vorkenntnissen.