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Programm / Programm / 1 Politik und Gesellschaft / Geschichte
Programm / Programm / 1 Politik und Gesellschaft / Geschichte

Plätze frei Onlinevortrag: Triumph und Trauma (211-10101)

ab Mo., 10.5., 19.00 Uhr
Dozent: Dr. Hans-Peter Biege

Genau vor 150 Jahren, am 10. Mai 1871, wurde in Frankfurt am Main der deutsch-französische Krieg beendet. Dieser Krieg hat Europa, Frankreich, Deutschland und auch Württemberg grundlegend verändert. In Frankreich etabliert sich die Republik mit der bislang längsten Lebensdauer, in Deutschland wird das kleindeutsche Reich als erster Nationalstaat auf deutschem Boden gegründet und Württemberg wendet sich endgültig von Österreich und Frankreich ab und Preußen zu. In Deutschland setzt ein enormer Innovations- und Wirtschaftsboom ein, finanziert mit fünf Milliarden Francs in 1450 Tonnen Feingold. In Frankreich wird das verlorene Elsass-Lothringen zum Stachel in der Brust der Nation und die Biberacher werden kleindeutsch-national und errichten auf dem Kapellenplatz ein Denkmal für Kaiser Wilhelm I - bis dato galt der Preußenkönig in Württemberg als Volksfeind. - und am Horizont dräut der Erste Weltkrieg...
Die Darstellung spiegelt die unterschiedlichen Geschichtserzählungen in Deutschland und Frankreich wider (In Kooperation mit den "Freunden der französischen Sprache e. V.").

Plätze frei Onlinevortrag: Geschichte der Juden in Bad Buchau (211-10102)

ab Mi., 24.3., 19.00 Uhr
Dozentin: Charlotte Mayenberger

Buchau, heute Bad Buchau, war über einige Jahrhunderte Heimat jüdischer Mitbürger. Lebten sie zu Beginn ihres Aufenthaltes noch in der Judengasse und den angrenzenden Gassen, ließen sie sich nach der Emanzipation Anfang des 19. Jahrhundert im ganzen Stadtgebiet nieder. Schnell prägten große Wohnhäuser und Fabriken das Stadtbild und die Synagoge mit ihrer Glocke war ein weithin sichtbares Zeichen dieser großen Gemeinde, die im 19. Jahrhundert ein Drittel der Gesamtbevölkerung Buchaus ausmachte.
Nun waren jüdische Mitbürger ganz entscheidend an der wirtschaftlichen Entwicklung von Buchau beteiligt. Betriebe in der Textilherstellung und -verarbeitung waren Hauptarbeitgeber und ihre Besitzer angesehene Bürger in der Stadt. In den Vereinen waren Juden und Christen befreundet und aktiv im Gemeindeleben engagiert.
Dies änderte sich mit der Machtergreifung Hitlers. Waren die Auswirkungen der Verordnung anfangs nur gering zu spüren, änderte sich dies mit dem Auftreten eines neuen Ortsgruppenleiters und der Zerstörung der Buchauer Synagoge. Damit war auch einem großen Teil der jüdischen Bevölkerung klar, dass das über Jahrhunderte gewachsene Zusammenleben zerbricht und ab 1939 wanderten viel Familien aus.
Der Vortrag gibt Einblick in die Entstehung und Entwicklung dieser Gemeinde mit ihren Synagogen, dem jüdischen Friedhof und dem Nachbardorf Kappel. An Hand einiger Biographien wird auch auf das Schicksal der jüdischen Mitbürger eingegangen.

Plätze frei Führung: Der jüdische Friedhof in Bad Buchau (211-10103)

ab Sa., 17.4., 15.00 Uhr
Dozentin: Charlotte Mayenberger

Insgesamt 825 Grabsteine stehen noch auf dem jüdischen Friedhof in Bad Buchau. Einstmals wurden u. a. auch jüdische Bewohner von Leutkirch, Wangen, Ravensburg und Riedlingen hier bestattet.
99 Personen mit dem Namen Einstein, darunter viele Vorfahren des Nobelpreisträgers Albert Einstein, haben hier ihre letzte Ruhe gefunden.
Die Heimatforscherin Charlotte Mayenberger hat sämtliche Daten dieses Friedhofs erfasst und katalogisiert. Ihre genealogischen Untersuchungen hat sie im sogenannten „Buchauer Stammbaum“ zusammengetragen.

Wie nur wenige Städte, wurde Laupheim vom engagierten Wirken seiner jüdischen Mitbürger geprägt. Im 19. Jahrhundert war hier die größte jüdische Gemeinde Württembergs ansässig. Das Laupheimer Museum zur Geschichte von Christen und Juden vermittelt eindrücklich die Entwicklung des christlich-jüdischen Zusammenlebens über vier Jahrhunderte. Der hervorragend erhaltene jüdische Friedhof dokumentiert auf plastische Weise das Erinnern an die Gemeindemitglieder. Zudem wurde das ehemalige Leichenhaus als Teil des jüdischen Viertels saniert und museal zugänglich gemacht. So gibt der Besuch umfassend Einblicke in das reichhaltige jüdische Leben Süddeutschlands.Die Kursgebühr beinhaltet die Eintrittsgebühr für das Museum und die beiden Führungen.

Plätze frei Allerlei Schwäbisches - nicht nur für Anfänger/innen (211-10402)

ab Sa., 17.4., 9.30 Uhr
Dozent: Ludwig Dorner

Schwaben, als Land und als Menschen. Schwäbisch und vor allem Oberschwäbisch. Humorvoll und zuweilen augenzwinkernd, aber fundiert aufbereitet und dargeboten. Mit zahlreichen Bildern (PPP, oftmals animiert) und einigen YouTube-Einspielern illustriert. Es sind auch interaktive Elemente enthalten. Für Langzeiteinheimische und ebenso für neu Zugezogene. Schwabenwitze und Schwabenstreiche. Schwaben und ihre Sprache als Gegenstand des Spottes und wie sie damit fertigwerden können. Geschichtliches aus mehreren Epochen von der Ur- bis hin zur Neuzeit. Die deutschen Kaiser. Große hier ansässige Firmen im Mittelalter und in der Jetztzeit. Evangelisch oder katholisch und zugehörige Unterschiede in Kleidung, Ernährung und Gebrauch von Regenschirmen. Baukunst (nicht nur Barock). Der Dialekt, anhand einiger Beispiele, seine Möglichkeiten der Differenzierung. Was Hochdeutsch nicht kann. Dialekt macht gescheit, sagt die Wissenschaft. Was Ostfriesen dürfen und wir (bisher) nicht. Kreismusikfeste und Festzeltstimmung. Schüler-, Heimat- und Stadtfeste als Großereignisse. Musikszene in Beispielen. Freilichtmuseen und -theater. Fastnächtliches Brauchtum. Fronleichnam, Weißer Sonntag und Blutfreitag. Essen und Trinken auf oberschwäbische Art, aber auch international. Der Bodensee, viel Wasser, aber auch eine grenzüberschreitende Region. Wasser zum Trinken, Baden und Kuren. Oberschwaben alles immer nur "Friede, Freude, Eierkuchen", ländlich-sittlich-konservativ?  Von wegen! Schmalzkiachla (Schmalzküchlein) und Soubloter (Schweinsblase), und was sie gemeinsam haben. Ein paar Berufe auf Schwäbisch. Der menschliche Körper auf Schwäbisch: Vielerlei Köpfe, unten Füße, aber keinerlei Beine. Der "schwäbische Gruß" richtig gebraucht und verstanden. Souglatt: bedeutet es eisglatt, urkomisch oder gar beides? Schwäbische Sprachlehre an wenigen Beispielen. Schwäbisch grüßen beim Kommen und Gehen. Unsere Uhrzeiten, ganz ohne "viertel vor oder viertel nach". Einige lustige Zungenbrecher und ein weltbekanntes Lied, von einem Promi gesungen, zum Abschied. Und dies alles für Langzeiteinheimische, wenn sie sich in ihrem Schwäbischsein und -sprechen zuweilen unwohl oder geringgeschätzt fühlen, aber ebenso für neu Zugezogene, um ihre Wahlheimat Oberschwaben kennen und hoffentlich schätzen zu lernen.

Prof. Dr. Thomas Knopf
Universität Tübingen, Abteilung für Jüngere Urgeschichte und Frühgeschichte und Leiter des Keltenmuseums Hochdorf/Enz
Wie sah eigentlich das älteste Brot aus und was hat man mit Getreide noch gemacht? Wann wurde der Käse entdeckt und wie oft gab es wohl Fleisch zu essen?
Diesen und anderen "lukullischen" Fragen widmet sich der Vortrag über die Ernährung in prähistorischen Zeiten. Auch die alkoholischen Getränke werden beleuchtet: vom Honigwein (Met) über das Bier bis hin zum Wein reicht das Spektrum der Getränke auch schon in vorgeschichtlichen Zeiten. Diese spielten besonders bei Festen und Feierlichkeiten eine wichtige Rolle, etwa bei den Kelten. Aus Sicht unserer heutigen Überflussgesellschaft stellt sich schließlich die Frage: Hatte man früher eigentlich genug zu essen oder waren die Menschen immer hungrig oder sogar unterernährt?

Plätze frei Musik in der Zeit Matthias Erzbergers (211-20826)

ab Mi., 5.5., 19.00 Uhr
Dozent: Dr. Jörg Riedlbauer

In der knapp 50 Jahre währenden Lebensspanne von Mathias Erzberger (1875 – 1921) vollziehen sich bedeutsame musikgeschichtliche Entwicklungen. 1876 kommt es bei den ersten Bayreuther Festspielen zur ersten Gesamtaufführung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“, ein Werk, welches in seiner gesellschaftskritischen Kernaussage, dramaturgischen Anlage und stilistischen Ausprägung noch bis weit ins 20. Jahrhundert nachwirkte. In Frankreich und Italien formiert sich der Impressionismus (führend werden Ravel, Debussy oder Respighi), während in Deutschland Beethovens symphonisches Erbe ins Monumentale katapultiert wird (Mahler, Strauss, zunächst auch noch Schönberg) und dabei auch andere Genres wie die Kirchen- und Orgelmusik prägt (z.B. Max Reger). Strauss war es dann auch, der mit „Salome“ und „Elektra“ das Tor zum expressionistischen Musiktheater aufstieß und damit u.a. auch Strawinskys Ballett „Le sacre du printemps“ beeinflusste. Nach Kriegsende jedoch begaben sich gerade diese beiden Komponisten gleichsam „rückwärts zu neuen Ufern“, indem sie sich in nachfolgenden Werken bewusst mit Musik des 17. und 18. Jahrhunderts auseinandersetzten und deren Stilelemente in ihr eigenes Schaffen integrierten: Strauss beschäftigte sich mit französischen Barockmeistern wie Lully und Couperin; Strawinsky wandte den Blick nach Italien und entdeckte Pergolesi als Inspirationsquelle.
Das Seminar von Kulturdezernent Dr. Jörg Riedlbauer wird einen Überblick über diese vielgestaltige Musikepoche vermitteln.