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Plätze frei Onlinevortrag: Geschichte der Juden in Bad Buchau (211-10102)

ab Mi., 24.3., 19.00 Uhr
Dozentin: Charlotte Mayenberger

Buchau, heute Bad Buchau, war über einige Jahrhunderte Heimat jüdischer Mitbürger. Lebten sie zu Beginn ihres Aufenthaltes noch in der Judengasse und den angrenzenden Gassen, ließen sie sich nach der Emanzipation Anfang des 19. Jahrhundert im ganzen Stadtgebiet nieder. Schnell prägten große Wohnhäuser und Fabriken das Stadtbild und die Synagoge mit ihrer Glocke war ein weithin sichtbares Zeichen dieser großen Gemeinde, die im 19. Jahrhundert ein Drittel der Gesamtbevölkerung Buchaus ausmachte.
Nun waren jüdische Mitbürger ganz entscheidend an der wirtschaftlichen Entwicklung von Buchau beteiligt. Betriebe in der Textilherstellung und -verarbeitung waren Hauptarbeitgeber und ihre Besitzer angesehene Bürger in der Stadt. In den Vereinen waren Juden und Christen befreundet und aktiv im Gemeindeleben engagiert.
Dies änderte sich mit der Machtergreifung Hitlers. Waren die Auswirkungen der Verordnung anfangs nur gering zu spüren, änderte sich dies mit dem Auftreten eines neuen Ortsgruppenleiters und der Zerstörung der Buchauer Synagoge. Damit war auch einem großen Teil der jüdischen Bevölkerung klar, dass das über Jahrhunderte gewachsene Zusammenleben zerbricht und ab 1939 wanderten viel Familien aus.
Der Vortrag gibt Einblick in die Entstehung und Entwicklung dieser Gemeinde mit ihren Synagogen, dem jüdischen Friedhof und dem Nachbardorf Kappel. An Hand einiger Biographien wird auch auf das Schicksal der jüdischen Mitbürger eingegangen.

Schwaben, als Land und als Menschen. Schwäbisch und vor allem Oberschwäbisch. Humorvoll und zuweilen augenzwinkernd, aber fundiert aufbereitet und dargeboten. Mit zahlreichen Bildern (PPP, oftmals animiert) und einigen YouTube-Einspielern illustriert. Es sind auch interaktive Elemente enthalten. Für Langzeiteinheimische und ebenso für neu Zugezogene. Schwabenwitze und Schwabenstreiche. Schwaben und ihre Sprache als Gegenstand des Spottes und wie sie damit fertigwerden können. Geschichtliches aus mehreren Epochen von der Ur- bis hin zur Neuzeit. Die deutschen Kaiser. Große hier ansässige Firmen im Mittelalter und in der Jetztzeit. Evangelisch oder katholisch und zugehörige Unterschiede in Kleidung, Ernährung und Gebrauch von Regenschirmen. Baukunst (nicht nur Barock). Der Dialekt, anhand einiger Beispiele, seine Möglichkeiten der Differenzierung. Was Hochdeutsch nicht kann. Dialekt macht gescheit, sagt die Wissenschaft. Was Ostfriesen dürfen und wir (bisher) nicht. Kreismusikfeste und Festzeltstimmung. Schüler-, Heimat- und Stadtfeste als Großereignisse. Musikszene in Beispielen. Freilichtmuseen und -theater. Fastnächtliches Brauchtum. Fronleichnam, Weißer Sonntag und Blutfreitag. Essen und Trinken auf oberschwäbische Art, aber auch international. Der Bodensee, viel Wasser, aber auch eine grenzüberschreitende Region. Wasser zum Trinken, Baden und Kuren. Oberschwaben alles immer nur "Friede, Freude, Eierkuchen", ländlich-sittlich-konservativ?  Von wegen! Schmalzkiachla (Schmalzküchlein) und Soubloter (Schweinsblase), und was sie gemeinsam haben. Ein paar Berufe auf Schwäbisch. Der menschliche Körper auf Schwäbisch: Vielerlei Köpfe, unten Füße, aber keinerlei Beine. Der "schwäbische Gruß" richtig gebraucht und verstanden. Souglatt: bedeutet es eisglatt, urkomisch oder gar beides? Schwäbische Sprachlehre an wenigen Beispielen. Schwäbisch grüßen beim Kommen und Gehen. Unsere Uhrzeiten, ganz ohne "viertel vor oder viertel nach". Einige lustige Zungenbrecher und ein weltbekanntes Lied, von einem Promi gesungen, zum Abschied. Und dies alles für Langzeiteinheimische, wenn sie sich in ihrem Schwäbischsein und -sprechen zuweilen unwohl oder geringgeschätzt fühlen, aber ebenso für neu Zugezogene, um ihre Wahlheimat Oberschwaben kennen und hoffentlich schätzen zu lernen.

Dr. Phillip von Gall
Freier Berater und Lehrbeauftragter

Die Frage, was wir Tieren schulden und wie wir ihren Ansprüchen gerecht werden können, wird nicht nur ethisch, sondern auch politisch diskutiert. Tierschutz ist ein Staatsziel in Deutschland. Der Vortrag liefert einen Überblick über staatliche und internationale Institutionen, die den Schutz der Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung in Deutschland garantieren sollen. Dazu zählen das europäische Übereinkommen zum Schutz der Tiere in landwirtschaftlichen Tierhaltungen und das deutsche Tierschutzgesetz. Daneben wird der Vorschlag einer staatlich einberufenen Kommission vorgestellt, durch finanzielle Förderungen in den Stallbau „mehr Tierwohl“ – jenseits rechtlich verbindlicher Standards – umzusetzen.
Der Vortrag diskutiert die Stärken und die Schwachstellen der aktuellen Tierschutz-Politik in Deutschland. Dabei soll auch deutlich werden, wie Bürgerinnen und Bürger sich für einen besseren Schutz von Tieren in der Landwirtschaft einsetzen können.

Dr. Annette Weinke
Friedrich-Schiller Universität Jena

Entgegen einer weit verbreiteten, insbesondere in der Politikwissenschaft vertretenen Auffassung hat es der Bundesrepublik nie an politischen Mythen gemangelt. So haben der Zusammenbruch der DDR und die deutsch-deutsche Vereinigung das Aufblühen zahlreicher „Einheitsmythen“ begünstigt, deren zähes Nachleben sich heute vor allem im öffentlichen Raum und im politischen Meinungskampf bemerkbar machen. Das Eingangskapitel setzt sich mit deren Ursprüngen auseinander und fragt nach den Gründen für deren anhaltende Wirkmacht.

Dr. Ole Sparenberg
Department für Geschichte, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Die aktuelle Covid-19 Pandemie führt uns eindrucksvoll vor Augen, dass die menschliche Geschichte auch heute noch in gewissem Maße von Krankheitserregern geschrieben wird. Umgekehrt spiegeln allerdings auch das Auftreten und die Verbreitung von Epidemien menschliches Verhalten wider, wenn z. B. heute ein Erreger über den internationalen Flugverkehr in kürzester Zeit in alle Länder getragen wird.
Die Wechselwirkung zwischen menschlichen Gesellschaften und ihren Krankheitserregern hat selbstverständlich eine sehr lange Geschichte. Seuchen haben die Geschichte menschlicher Gesellschaften in hohem Maße geprägt, aber auch ihr Auftreten war weder Schicksal noch einfache Biologie, sondern wurde wiederum durch menschliche Verhaltensweisen wie Viehhaltung, Fernhandel und Eroberungszüge mitbestimmt. Dieses Webinar soll anhand von einzelnen Beispielen diese Beziehung in langfristiger Perspektive von der Neolithischen Revolution über die Große Pest im Mittelalter bis zur europäischen Eroberung Amerikas nach Kolumbus und darüber hinaus nachzeichnen.

Prof. Dr. Martin Visbeck
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Sprecher des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“

Der Ozean bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche und beherbergt das größte zusammenhängende Ökosystem unseres Planeten mit immensen – zum großen Teil noch unerforschten – Schätzen und biologischer Vielfalt. Wir Menschen leben seit Jahrtausenden mit dem Ozean, suchen seine Nähe und profitieren von seinen materiellen und immateriellen Leistungen: er stabilisiert das Klima, bringt Niederschläge, ist Transportweg, liefert Nahrung, Rohstoffe und Energie. Der Ozean formt Siedlungs- und Erholungsräume – 15 der 20 größten Megastädte liegen an der Küste. Die natürliche Schönheit des Küstenreliefs und der Blick auf den Ozean geben uns Inspiration und er ist Quelle von Mythen und prägt unterschiedliche Kulturen und deren Religionen weltweit.
Der Ozean beeinflusst unser Leben auf der Erde und die Zukunft der Menschen wird auch davon abhängen, wie wir mit ihm umgehen, denn der Ozean wandelt sich: Durch eine rasant wachsende und sich entwickelnde Weltbevölkerung mit steigendem Bedarf an Ressourcen, durch zunehmende Verschmutzung und den vom Menschen verursachten Klimawandel steigt der Druck auf den Ozean – er wird höher, wärmer und versauert. Schutz und Nutzung scheinen zunehmend aus dem Gleichgewicht zu laufen und bedürfen einer neuen Ausrichtung wie sie in den Nachhaltigkeitszielen der 2030 Agenda insbesondere im Ozean-Ziel (SDG 14) gefordert werden. Hoffnung macht das zunehmende Interesse am Ozean und seinen Küsten in politischen Dialogen und damit verbundene Schutzforderungen.
In seinem Vortrag spricht Martin Visbeck über die Verflechtung der Menschheit mit dem größten Ökosystem der Erde, das die Menschen lange Zeit für unerschöpflich hielten. Er gibt einen Überblick über den Stand der aktuellen Meeresforschung, Chancen und Risiken für das Weltmeer und Lösungsansätze für einen nachhaltigen Umgang mit dem Ökosystem und gerechte Nutzung der Meeresressourcen.

Dr. Amerigo Caruso
Universität Greifswald, Historisches Institut
Wenn infolge eines Krieges, einer Revolution, einer Naturkatastrophe oder einer Epidemie „Notstand“ herrscht, werden Routinen im politischen wie im sozialen Alltag gebrochen. Staatsinstitutionen müssen dabei dennoch handlungsfähig bleiben und sind auf ein glaubwürdiges Repertoire an Normen, Verfahren und Kommunikationsstrategien angewiesen. Erfolgreiches Krisenmanagement erfordert einen hohen Einsatz an Know-how und Ressourcen, was Politik und Verwaltung unter erheblichen Druck setzt. Die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit an den Staat ist hoch, Konflikte können sich jedoch leicht verschärfen, indem die Perspektive der Regierenden und der Regierten voneinander abweichen. Der Webvortrag analysiert wie unterschiedliche Herrschaftssysteme auf Notstände reagierten und ihre Regierungspraxis sowie Krisenkommunikation gestalteten. Als Fallbeispiele, um historische Ausnahmezustände näher zu beleuchten, dienen politisch-militärische Krisen zwischen dem Deutschen Krieg von 1866 und dem Zweiten Weltkrieg.

Dr. Thomas Greven
freie Universität Berlin

Die Präsidentschaft Donald Trumps wurde mit einigem Recht als Wendepunkt in der Entwicklung des modernen Populismus bezeichnet. Denn Trump nutzte in seiner Amtsausübung viele Strukturelemente, die nahezu deckungsgleich auch in anderen populistischen Parteien und Bewegungen zu finden waren. Ein zentrales Argument in der Agenda Trumps war dabei der drohende nationale Niedergang. Trump verband diese Behauptung mit einem Katalog populistischer Forderungen: Ablehnung von Zuwanderung mit einem besonderen Fokus auf islamisch geprägten Ländern, Widerstand gegen die etablierten politischen Strukturen sowie Kampf gegen die Mainstream-Medien. Das Webinar gibt einen Überblick über die Amtszeit Donald Trumps und greift die aktuellen politischen Entwicklungen in den USA mit auf.

Prof. Dr. Thomas Knopf
Universität Tübingen, Abteilung für Jüngere Urgeschichte und Frühgeschichte und Leiter des Keltenmuseums Hochdorf/Enz
Wie sah eigentlich das älteste Brot aus und was hat man mit Getreide noch gemacht? Wann wurde der Käse entdeckt und wie oft gab es wohl Fleisch zu essen?
Diesen und anderen "lukullischen" Fragen widmet sich der Vortrag über die Ernährung in prähistorischen Zeiten. Auch die alkoholischen Getränke werden beleuchtet: vom Honigwein (Met) über das Bier bis hin zum Wein reicht das Spektrum der Getränke auch schon in vorgeschichtlichen Zeiten. Diese spielten besonders bei Festen und Feierlichkeiten eine wichtige Rolle, etwa bei den Kelten. Aus Sicht unserer heutigen Überflussgesellschaft stellt sich schließlich die Frage: Hatte man früher eigentlich genug zu essen oder waren die Menschen immer hungrig oder sogar unterernährt?

Dr. Hendrik W. Ohnesorge
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Center for Global Studies
Der Aufstieg der Volksrepublik China trägt in entscheidendem Maße zu derzeit beobachtbaren globalen Machtverschiebungen bei. Beeindruckende Wachstumszahlen sowie weltumspannende Projekte Chinas wie die „Neue Seidenstraße“ belegen diese Entwicklung. Ausgehend von dem zentralen Faktor Macht in den internationalen Beziehungen, nimmt der Vortrag den Aufstieg Chinas und dessen Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika in den Blick. Während unterschiedliche Dimensionen der sino-amerikanischen „strategischen Rivalität“ identifiziert werden, findet das Projekt der „Neuen Seidenstraße“ besondere Berücksichtigung.



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