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Programm / Programm / 2 Kultur und Gestalten / Kunstvorträge
Programm / Programm / 2 Kultur und Gestalten / Kunstvorträge

Dr. Frauke Sonnabend
Freie Mitarbeiterin an den Staatlichen Museen zu Berlin
Im Jahr 1830 wurde mit dem heutigen Alten Museum das erste öffentliche Museum in Berlin eröffnet. In den folgenden Jahrzehnten entstanden in der direkten Umgebung zunächst das Neue Museum, dann die Alte Nationalgalerie und das Bodemuseum. Den Abschluss des heute als Museumsinsel bekannten Areals bildete 1930 das Pergamonmuseum. In diesem Webvortrag wird kompakt und anschaulich die spannende Geschichte der Gebäude und ihrer Sammlungen beschrieben. Die Museen, so zeigte sich von Anfang an, bedeuteten mehr als nur Kunst und Kultur, sondern waren immer auch geprägt von der großen Politik und von zeitgenössischen Strömungen.

Dr. Marian Wild
Freiberuflicher Kunsthistoriker, Diplomingenieur für Architektur, Dozent und Kurator

Die moderne und zeitgenössische Architektur Japans und ihre Baumeister gehören seit Jahrzehnten zur unbestrittenen Spitze der Welt. In kein anderes Land sind im 21. Jahrhundert mehr Pritzkerpreise gewandert, die renommierte Auszeichnung gilt als der "Nobelpreis der Architektur". Ganze Dynastien zeitgenössischer japanischer Architekt/innen verschiedener Denkschulen konkurrieren um den spektakulärsten, nachhaltigsten, ästhetisch
wegweisendsten Entwurf, gleichzeitig ist die ganze architektonische Landkarte und ihre innere Mechanik uns außerhalb Japans immer noch erstaunlich fremd. Der durchgehend bebilderte Webvortrag gibt einen Einblick in die Entwicklung dieses sensationellen architektonischen Kosmos, von den modernen Wurzeln eines Kenzo Tange über die Metabolisten und Traditionalisten, die externen Vorbilder sowie geniale Autodidakten wie Tadao Ando. Und er wird natürlich die Frage beantworten, wer die "Weißen" und die "Roten" sind.

Dr. Dorothee Entrup
Museum Barberini Potsdam

Turban, Teppich, Tulpe - immer wieder haben Rembrandt und seine Zeitgenossen Gegenstände aus fernen Ländern gemalt. Ihre Kunstwerke sind Zeugnisse der ersten Globalisierung und zeigen den Einfluss fremder Kulturen in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts. Wissensdurst, Sammellust und Besitzerstolz haben diese kunstgeschichtlich bedeutende Epoche geprägt und die Maler zu neuartigen Historienszenen, Portraits und Stillleben inspiriert. Die Kehrseite dieser Weltaneignung wie Sklaverei, Handelskriege und die Verluste eigener Seeleute wurde dagegen nicht dargestellt. Im Rahmen der heutigen Debatte um Kolonialismus thematisiert die Ausstellung die damaligen Bilder des Fremden und das Machtgefälle zwischen den Kulturen. Anhand von über 100 Kunstwerken bietet die Schau die Möglichkeit, diesen bis heute andauernden Eurozentrismus zu hinterfragen.

Prof. Dr. Michael Lüthy
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Kunstgeschichte der Moderne und der Gegenwart

Unübersichtlich viele künstlerische Strömungen seit den 1960er Jahren und bis in die Gegenwart berufen sich auf den französisch-amerikanischen Künstler Marcel Duchamp (1887-1968), wenn es um die Legitimation ihrer eigenen Verfahren geht. Eine besondere Rolle spielen hierbei Duchamps "Readymades" - kaum oder gar nicht veränderte Alltagsgegenstände -, die zu Gründungswerken der Konzeptkunst stilisiert werden. Es gilt aber auch für neuartige Verbindungen zwischen Kunst und Wissenschaft, für die Duchamps Auseinandersetzung mit der vierdimensionalen Geometrie wegweisend war, oder auch für die jüngere Kunstbewegung der "Institutional critique" - als einer Kunstform, die nicht einzelne Kunstwerke hervorbringen will, sondern die Funktionsweise des Kunstsystems aufzudecken versucht.
Inwieweit diese vielfältigen Bezugnahmen auf Duchamp gerechtfertigt sind, lässt sich nur aufgrund einer genaueren Kenntnis von Duchamps Werken abschätzen. Im Vortrag werden daher Duchamps Hauptwerke vorgestellt und analysiert. Damit geht der Web-Vortrag sozusagen rückwärts: von der umfassenden Wirkung von Duchamps Kunst zurück zu den einzelnen Werken.