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Junge vhs
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Logo Stadt Biberach
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Das Training hat die Vermittlung und das Einüben von Strategien für zivilcouragiertes Verhalten in der Konfrontation mit rechten Parolen und menschenverachtenden Äußerungen zum Ziel. Die Frage danach, wie auf politische (Pseudo-)Erklärungen, abwertende Äußerungen und populistische Sprüche authentisch eingegangen werden kann, stehen dabei im Mittelpunkt.
Zielgruppen sind Multiplikator*innen der Jugend- und Bildungsarbeit, Menschen, die mit Geflüchteten arbeiten, Mitarbeitende der öffentlichen Verwaltung und andere Interessierte.

Plätze frei Die Angst vor der Unregierbarkeit (222-10101)

ab Fr., 27.1., 19.00 Uhr
Dozent: Dr. Hans-Peter Biege

Nach 1990 schien die Welt auf einem guten Wege zu sein. Doch dann kam eine Krise nach der anderen: Die Finanzmarktkrise 2008 löste die schwelende Staatsfinanzkrise aus. Russland kündigte 2014 die europäische Sicherheitsarchitektur auf. Der Syrienkrieg bescherte die Flüchtlingskrise 2015. Der Brexit, 2016–2021, verstärkt die Fliehkräfte in Europa. Vorläufige Höhepunkte: Die Pandemie seit 2020 und der Krieg in der Ukraine. Die Friedensdividende wird von einem neuen Rüstungswettlauf aufgefressen. Die US-amerikanische Welthegemonie, in deren Schatten die deutschen Geschäfte florierten, gerät unter chinesischen Druck. Gleichzeitig wird amerikanische Politik immer unberechenbarer. Über allem schwebt die epochale Drohung des Klimawandels. Wirtschaft, Gesellschaften und Kulturen werden durch die Digitalisierung nachhaltig revolutioniert. Die Demografie führt zu einer Welt, in der die Alten reich und die Jungen arm sind. Pandemie und Krieg öffnen uns die Augen: Die Welt ist ein störungsanfälliges Räderwerk mit gegenseitigen Abhängigkeiten geworden – ohne Bauplan und Chefmechaniker. Solche „Megatrends“ schüren Ängste und Unsicherheiten und machen die Beziehungen zwischen Staaten und das Zusammenleben der Menschen innerhalb von Staaten konfliktreicher. Doch diese trostlose Version unserer Zukunft ist durchaus nicht in Stein gemeißelt. Wie die nächsten 20 Jahre ausfallen werden, wird von Entscheidungen abhängen, die jetzt endlich getroffen oder unterlassen werden. Was bedeutet das für Politik und Gesellschaft?

Plätze frei Pulverfass Balkan (222-10104)

ab Fr., 7.10., 19.00 Uhr
Dozent: Matthias Hofmann

Über zwanzig Jahre ist es nun her, dass die Waffen auf dem Balkan endlich wieder geschwiegen haben, nachdem in den 1990er Jahren ein fürchterlicher Bürgerkrieg tobte. Sind aber die Ursachen des damaligen Konfliktes mittlerweile überwunden oder drohen sie erneut auszubrechen? Tauchen wir ein in die unruhige Geschichte des Balkans und versuchen zu verstehen, welche Faktoren auch heute noch die Gemüter der Menschen vor Ort umtreiben.

Plätze frei Besuchen Sie Europa, so lange es noch steht (222-10105)

ab Fr., 13.1., 19.00 Uhr
Dozent: Matthias Hofmann

Vielfältige Herausforderungen prasseln auf das einstige erfolgsverwöhnte Konzept der EU ein und Brüssel gerät an seine Grenzen, taumelt mehr, als dass es konstruktiv handelt von einer zur nächsten Debatte und Abstimmung. Auch die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie unflexibel - unprofessionell - die EU auf ein drängendes Problem reagiert hat. Und letztendlich hat der Ukraine-Krieg dazu geführt, dass immer weitere Staaten aus Osteuropa in die EU drängen. Kann die EU auch diesen „Ansturm“ noch bewältigen?

Vor 100 Jahren wurde Matthias Erzberger wegen seines engagierten Eintretens für die Demokratie in Deutschland ermordet. In Saulgau als Lehrer ausgebildet, vertrat er ab 1903 Biberach als jüngsten Abgeordneter im Reichstag. Die Hetze von rechts gegen ihn und der politische Mord an ihm am 26. August 1921 machen gerade heute wieder nachdenklich. Der Theologe und Historiker Dr. Oliver Schütz stellt in einem Vortrag Leben und Wirken von Erzberger in einem Vortrag vor. Der anschließende Besuch des Erzberger-Grabes in Biberach ist ein Gedanken an einen Politiker der katholischen Zentrumspartei, der den Frieden nach dem Ersten Weltkrieg mitverhandelt und die Weimarer Verfassung mitgeschrieben hat.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der vhs Bad Waldsee statt. Für den Weg zum Friedhof (950 Meter, etwa 10 Minuten Fußweg) bitte dem Wetter angepasste Kleidung mitbringen. Es ist auch möglich, die Strecke mit dem Auto zu fahren. Am Friedhof stehen ausreichend kostenfreie Parkplätze zur Verfügung.

Dr. Arndt Michael, ass.iur., Indienexperte; Lehrbeauftragter an der Universität Freiburg; Programmkoordinator des Colloquium politicum & FRIAS Freiburger Horizonte
Indien und China haben sich in den letzten Jahren zu US-amerikanischen Rivalen im Kampf um internationalen Einfluss entwickelt. Für manche Beobachter sind beide Staaten bereits auf dem Weg, globale Supermächte zu werden, die insbesondere versuchen, ihre politische und wirtschaftliche Macht in Asien auf Kosten anderer Staaten zu vergrößern. China und Indien sind bereits Nuklearmächte und schrecken auch vor (konventioneller) militärischer Konfrontation nicht zurück. Und beide Staaten investieren aktuell in große Infrastrukturprojekte in ihren Nachbarregionen. Der Vortrag möchte einen Überblick über zentrale außenpolitische Ziele und Instrumente Indiens und Chinas geben und insbesondere auf die Entwicklungen in den Regionen Kaschmir, Himalaya, dem südchinesischen Meer sowie der „Neuen Seidenstraße“ eingehen. Der Webvortrag richtet sich sowohl an interessierte Indien- und China-Laien als auch regionale Expertinnen und Experten.

Carla Reemtsma, Klimaaktivistin und Mitinitiatorin von Fridays For Future

Die Folgen der Klimakrise – Überschwemmungen, Dürren, Waldbrände, Nahrungsmittelknappheit – sind längst weltweit aber auch in Deutschland spürbar. International rühmt Deutschland sich als Klimavorreiter, dabei ist Deutschland einer der größten Verursacher klimaschädlicher Treibhausgasemissionen. Mit dem Pariser Klimaabkommen ist der völkerrechtlich verbindliche Rahmen gesteckt worden, um die schlimmsten Folgen der Klimakrise einzudämmen. Große Proteste haben deutlich gemacht, dass das, was die Regierungen tun, noch längst nicht ausreicht; die Bürger*innen erwarten eine konsequente Klimapolitik. Doch was muss Deutschland als reiche Industrienation jetzt tun, um seiner Verantwortung nachzukommen? Wie kann diese Transformation aussehen? Und wie können Maßnahmen aussehen, die gerechte und soziale Veränderung ermöglichen?

Jens Crueger, Freier Technologiehistoriker und Wissenschaftskommunikator

Oft heißt es, „das Netz“ – also das Internet bzw. das World Wide Web – vergesse nichts. Aber stimmt das? Tatsächlich befindet sich das Web in einem Zustand fortwährender Veränderungen, Erweiterungen, Löschungen, kurzum: Es aktualisiert sich ständig und dabei geht der Blick auf das Web von gestern und vorgestern fast völlig verloren. Konkret in Zahlen bedeutet das, eine Website bleibt im Durchschnitt kaum mehr als 100 Tage unverändert. So verwundert es nicht, dass aus den frühen Jahren des Web nur noch so wenige Inhalte erhalten geblieben sind, dass von den "Dark Ages" der Internetgeschichte gesprochen wird. Auch für unsere heutige Zeit droht ein ähnlicher digitaler Erinnerungsverlust, trotz all dessen, was täglich Bedeutungsschweres im Netz passiert. Die Gefahr ist groß, dass davon nur noch wenig für die Nachwelt erhalten bleiben wird. Ob künftige Geschichtsbücher ein umfassendes Bild unserer „digitalen Welt“ zeichnen können werden, ist deshalb eine offene und kritische Frage. Was kann und muss also getan werden, um kulturell, politisch oder anderweitig besonders relevante Teile des Web dauerhaft zu erhalten?

Prof. Dr. Martin Hundhausen, Physiker an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, Pionier auf dem Gebiet der Solarenergie und Elektromobilität

Seit langem warnt die Wissenschaft davor, dass wir immer tiefer in eine Klimakrise steuern, die nicht mehr zu kontrollieren ist. Der einzige Weg aus dieser Krise zu entkommen ist die vollständige Umstellung unserer Energiewirtschaft von fossiler Energie auf erneuerbare Energie, um das verbleibende CO2-Budget nicht zu überschreiten.
Der Vortrag beschreibt anhand von Beispielen wie der Wärmepumpe oder Photovoltaik, was jeder einzelne tun kann, um die Energie- und Wärmewende durch den Einsatz von regenerativen Energien im
Bereich Wohnen und Mobilität zu vollziehen.

Plätze frei Die Sehnsucht des Kindes nach dem Vater (222-10532)

ab Di., 11.10., 19.30 Uhr
Dozent: Manfred Faden

Bedingt durch hohe Beanspruchung im Beruf, aber auch durch Trennung und Scheidung verschwindet das positive Vaterbild immer mehr. Aggressivität, Destruktivität, "Komasaufen" sind Ausdruck der Führungslosigkeit von Kindern/Jugendlichen und deutliche Anzeichen einer zunehmend "vaterlosen" Gesellschaft. Die Jungen brauchen ihren Vater, um ihre männliche Identität zu finden. Die Mädchen brauchen ihren Vater, um ihre weibliche Identität bestätigt zu bekommen. Der Vater ist die erste Begegnung mit dem "Du" und deshalb für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes von großer Bedeutung. Damit Erziehung gelingt, braucht es die Unterstützung beider Eltern.
Kooperationsveranstaltung des Lokalen Bündnis Familie und der vhs.



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